Am Abend des 09. August 2017 versammelten sich zahlreiche Gläubige zum Gottesdienst mit Apostel Herbert Bansbach, dem Leiter des Apostelbereichs Karlsruhe, in der neuapostolischen Kirche in Hemsbach.
In den Fokus des Gottesdienstes rückte Apostel Bansbach das Bibelwort aus 1. Petrus 5,6: „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit“ und nannte den ersten Petrusbrief einen Trostbrief für den Christen in Bedrängnis, der dazu diene, die Größe Gottes zu akzeptieren.
Zu Beginn führte der Apostel aus, in wie vielen Facetten die Größe Gottes bestehe und dass es wichtig sei, sich selbst als sündigen Menschen ins rechte Verhältnis zu dieser göttlichen Größe zu rücken.
Gott ist allwissend. Unser Wissen ist begrenzt, beschränkt sich auf das, was wir im Leben gelernt haben. Hinsichtlich der Zukunft können wir etwas wünschen, aber nichts wissen. Selbst über unsere Vergangenheit wissen wir nicht alles. Gott aber weiß alles. Manchmal wenn wir dachten, es gebe aus einer schwierigen Situation keinen Ausweg, hat Gott einen Ausweg gefunden, den wir niemals gesehen hätten. Allerdings könne es sein, dass uns ein solcher göttlicher Weg nicht gefällt.
Gott ist allmächtig. Unsere Kraft ist endlich. Unsere selbst gesetzten Ziele sind womöglich zu hoch, da unsere Macht begrenzt ist. Gott ist der einzige, der alles kann, dem alles möglich ist.
Gott ist ewig. Egal, ob wir 24 Jahre oder 104 Jahre leben, der Tod ist uns gewiss, sofern nicht zuvor der Herr Jesus wiederkommt. Gott aber war immer und wird immer sein und hat keinen Schöpfer.
Gott ist heilig. Wir sind durch die Sünde von Makeln behaftet. Gott in seiner Heiligkeit ist vollkommen, ohne Fehler und ohne Falsch.
Wir können folglich nur staunen, wie groß der Unterschied zwischen Gott und uns ist und dass er sich uns dennoch stets aufs neue zuwendet.
Sich unter die gewaltige Hand Gottes zu demütigen heiße nicht, sich vor anderen herabzusetzen oder sich kleinzumachen, sondern sich in Demut vor Gott zu beugen, führte Apostel Bansbach eindringlich aus. Stattdessen bemühte er das Gebot „Du sollst Gott über alles lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“, um zu verdeutlichen, dass darin klar geregelt sei, dass man sich selbst lieben solle.
Den zweiten Schwerpunkt des Gottesdienst legte der Apostel auf die näheren Ausführungen, inwiefern die im Bibelwort genannte Hand Gottes „gewaltig“ sei.
Die gewaltige Hand Gottes ist führend/lenkend. Als Beispiel nannte der Apostel das Volk Israel, das die führende Hand Gottes mehrfach erlebte und diese deshalb hätte kennen müssen. Dennoch hat es die Leitung Gottes sogar verurteilt. Dabei wäre ausreichend Geduld die einfache Lösung gewesen. Der Apostel sagte deutlich, dass der Weg durch die Wüste der einzige Weg ins gelobte Land war. Um dies zu ertragen, war Vertrauen auf Gott notwendig. Das gelte auch für das christliche Leben heute, betonte der Apostel. Jesus Christus selbst sei unser Vorbild, da dieser Bedrängnis im höchsten Maße ertragen musste. Das solle uns aber auch Mut machen, da Bedrängnisse auf dem Weg ins Reich Gottes normal seien. „Ich verstehe es nicht, aber ich vertraue Gott trotzdem“, sei dabei ein hilfreicher Rat.
Die Hand Gottes ist erhöhend. Am Ende werden wir aus dem Zustand unserer Begrenztheit auf Augenhöhe mit Jesus Christus geführt, um mit ihm gemeinsam zu wirken und zu arbeiten. Die Basis ist, dass wir Gottes Gebote befolgen und dass wir wiedergeboren sind aus Wasser und Geist. Zu seiner Zeit will Gott uns dann erhöhen.
Die Hand Gottes ist zusammenfügend. Gott führt sein Volk aus allen Nationen und Sprachen zusammen. Er macht momentan auch keinen Unterschied zwischen Gut und Böse. Deshalb sollen auch wir darin vollkommen sein, keinen Unterschied zu machen, keine Vorurteile hinsichtlich Bildung oder Herkunft gegenüber anderen haben. Denn wir sollen den Nächsten lieben wie uns selbst.
Die Hand Gottes ist segnend. Diese segnende Hand Gottes werde offenbar, wenn man in Bedrängnissen nicht davonläuft.
Ein zur weiteren Wortverkündigung gerufener Evangelist aus dem neuapostolischen Kirchenbezirk Mannheim/Weinheim ergänzte die Predigt des Apostels um den Aspekt, dass es leicht falle, sich zu demütigen, wenn man den anderen liebe, das gelte auch für die Demut aus Liebe zu Gott.
Gemischter Chor und Männerchor umrahmten den Abendgottesdienst musikalisch.
Fotograf: A. Brückner