Ein besonderes Fest erlebten die Gottesdienstteilnehmer am Samstag, den 24.09.2016 in der Gemeinde Weinheim, als der Leiter des Kirchenbezirkes Mannheim/Weinheim, Bezirksältester Siegfried Gabler dem Gemeindevorsteher, Evangelist Günther Ertelt und seiner Ehefrau Birgit im Rahmen des Gottesdienstes den Segen zur Rubinhochzeit spendete.
Grundlage des Gottesdienstes bildete das Wort aus 1. Petrus, Kapitel 2, Vers 5 „Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“ Der Bezirksälteste erläuterte, dass unter den lebendigen Steinen die Gemeinde zu verstehen sei, und zwar alle Gläubigen, die zu einer Gemeinde zählen, von den Kindern bis hin zu den Betagten und Kranken. Zwar könnten vielleicht gerade die Älteren oder Kranken nicht mehr so lebendig sein und überall aktiv mitwirken, aber wie wertvoll sei es, wenn solche Gemeindemitglieder intensiv beteten und dabei auch an die Amtsbrüder und Gemeindemitglieder denken, die besondere Sorgen haben, vielleicht gerade schwierige Verhältnissen durchleben. Mit solchen intensiven Gebeten leisteten diese körperlich geschwächten „Steine“ einen unschätzbaren Beitrag zum „geistlichen Hause“. Weiter betonte der Bezirksälteste sowie die den Predigtteil ergänzenden Bezirksevangelisten Angermann und Steiger wie wichtig es schon im Irdischen bei einem Gebäude sei, dass die Steine durch ein gutes Bindemittel miteinander verbunden sind. Dieses Bindemittel im geistlichen Hause sei die Liebe, die alle Steine ungeachtet ihrer Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit zusammenhält. Wenn die Liebe die treibende Kraft in einer Gemeinde ist, dann werde sich diese Gemeinde trotz manch unterschiedlicher Ansichten und persönlichen Eigenschaften der einzelnen Mitglieder zu einem geistlichen Hause und einer heiligen Priesterschaft erbauen. Das Wort stelle damit auch unmissverständlich klar, wozu die Gemeinde Christi berufen ist, nämlich zur heiligen Priesterschaft. Es gehe daher nicht darum, so der Bezirksälteste, einmal zu herrschen, sondern zu dienen. Ein Priester habe auch heute schon die Aufgabe zu dienen, den Gläubigen Hilfestellungen zu geben und sich im Gebet dem Herrn zuzuwenden. Das werde auch in der Zukunft die Aufgabe der Treuen sein. Deswegen sei es auch ratsam, schon heute auf das zu verzichten, was nicht zu dem priesterlichen Dienst passe und diese geistlichen Opfer zu bringen, die auch im Textwort zum Ausdruck kommen. Das könnten, so ergänzte Bezirksevangelist Angermann sehr vielfältige Opfer sein: Gesinnung, Einstellung, Reden, Tun, ja selbst Gedanken und nicht zuletzt finanzielle Opfer.
Als Überleitung zur Segenshandlung anlässlich des Ehejubiläums trug der Chor das Lied vor: „Wo du hin gehest, da will auch ich hin gehen …“ Der Bezirksälteste griff diesen Gedanken der Sänger auf und sagte, dass Evangelist Ertelt auch als junger Mensch seine Heimat, das Allgäu verlassen habe um einen neuen Lebensabschnitt mit seiner Frau zu beginnen. Wohl musste er dafür manches Gewohnte zurück lassen, selbst die Sprache, manche Wörter seien hier an der Bergstraße anders als im Allgäu, aber entscheidend war, dass sich zwischen dem jungen Paar die Sprache der Liebe entwickeln konnte, was schlussendlich das entscheidende und tragende Element für diese bis heute gesegnete Verbindung war. Denn, Heimat ist dort, wo man sich liebt. So empfing das Jubelpaar einen besonderen Segen, der sich nach den Wünschen des Bezirksältesten so auswirken möge, dass sie auch weiterhin im Glauben und der Liebe handeln und damit das Gute tun und das Böse meiden können.