Unter dem Jahresmotto 2017 „Ehre sei Gott, unserm Vater!“ feierten neuapostolische Christen aus allen Gemeinden des Kirchenbezirkes Mannheim/Weinheim am Sonntagmorgen, dem 08.01.2017 gemeinsam mit Apostel Herbert Bansbach Gottesdienst in der Kirche Mannheim-Moselstraße.
Dem Kirchenjahr entsprechend stand das Erscheinungsfest und damit der Abschluss der Weihnachtszeit im Mittelpunkt, indem der Apostel in seiner Predigt mehrfach auf die zwei Naturen Jesu als wahrer Gott und wahrer Mensch hinwies, was in den biblischen Evangelien auf unterschiedliche, aber sich ergänzende Weise bezeugt werde. Als wahrer Gott hatte Jesus Christus die Macht, anderen die Sünden zu vergeben. Als wahrer Mensch aber hatte er wie jeder einzelne heute auch mit sich selbst zu kämpfen.
Die Aufgabe des gläubigen Christen sei es, so der Apostel, sich immer stärker nach dem Vorbild Jesu auszurichten, insbesondere indem man sich in den anspruchsvollen Aufgaben der Nächstenliebe, der Vergebungs- und Versöhnungsbereitschaft gegenüber jedermann übe.
Das Lied, das der Chor zu Beginn sang, betonte die heilige Natur Gottes und stellte seine Allmacht in den Mittelpunkt, worauf der Gottesdienstleiter insofern Bezug nahm, als er die Grenzenlosigkeit Gottes betonte. Diese äußere sich auf zwei Ebenen. Zum einen sei dies die Ebene des Materiellen, auf der es Gott allein obliege, aus nichts etwas zu schaffen, wie dies in der irdischen Schöpfung belegt sei. Zum anderen zeige sich die Allmacht Gottes auf der geistlichen Ebene, auf der niemand außer Gott in der Lage sei, dem Sünder seine Schuld zu vergeben. Wenn Menschen etwas zerstören, bleiben immer Reste oder zumindest Energie übrig, führte der Apostel aus. Wenn Gott Sünden vergebe, mache er aus etwas, was vorhanden war, nichts.
Gott, der Heilige, nähere sich dem Sünder dabei in einem Akt reiner Gnade. Gott könne durch nichts gezwungen oder veranlasst werden, diesen Entschluss der Gnade zu fassen. Genauso wenig könne sich ein Gläubiger diese Gnade verdienen.
Im der Predigt zugrunde gelegten Bibelwort aus Jesaja 48,17 „So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.“ klingt an, dass sich Gott bereits im Alten Testament seinem Volk näherte und es in die Freiheit führte. Apostel Bansbach betonte, dass allein die Verheißung der Gnade nicht das Paradies bewirkte. Stattdessen musste man nach dem Willen Gottes fragen und danach handeln. Doch auch dann führte Gott sein Volk, das er aus ägyptischer Herrschaft befreite, nicht direkt ins gelobte Land, sondern zuerst einmal in die Wüste.
Aus der Geschichte könnten auch die Gläubigen heute lernen sowie Trost und Sicherheit schöpfen, indem sie manche Zusammenhänge klarer erkennen. Der Apostel sagte eindringlich, dass das Evangelium keine Anleitung zum sorgenfreien Leben sei, sondern dass es darlege, wie jeder einzelne unbeschadet aus der Gefangenschaft der Sünde in die ewige Gemeinschaft mit Gott gelangen könne. Dies sei ausschließlich durch die Heil bewirkende Tat Gottes möglich und solle den gläubigen Christen absichern und ermutigen in seinem Kampf, den er in erster Linie mit sich selbst kämpft.
Fotografen: A.Brückner/H. Mauer