Die Eckpunkte der Predigt im Abendgottesdienst, den Apostel Herbert Bansbach, der Leiter des Apostelbereiches Karlsruhe, am 10. Mai 2017 in der neuapostolischen Kirche in Ladenburg durchführte, basierten auf dem Bibelwort aus Römer 6,5 „Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“
Dieses Bibelwort und die von Apostel Paulus darin formulierte Dichotomie aus Tod und Auferstehung setzte der Apostel ins Verhältnis zum Konfirmationsgelübde der Neuapostolischen Kirche.
Der gläubige Christ werde insofern „mit Christus sterben“, als er von persönlichem Verhalten Abschied nehme, das sich mit dem Evangelium nicht vertrage. Das könne auch bedeuten, sich von eigenen Gottesvorstellungen oder einem irrigen Selbstbild zu lösen. Der Tod Christi war unumgänglich, um den Menschen das Heil zu bringen. Die logische Schlussfolgerung sei also, dass auch die Christen „ihm in seinem Tod gleich werden“, um Jesus „auch in der Auferstehung gleich zu sein“, also ohne Sünde in die ewige Gemeinschaft mit Gott eintreten zu können.
Drei Komponenten aus dem Konfirmationsgelübde zog der Apostel als weitere Grundlage seiner Predigt heran: „Ich entsage dem Teufel“, „und übergebe mich dir“ sowie „bis an mein Ende“.
Die erste Aussage beinhalte den persönlichen Entschluss aus freien Stücken, sagte Apostel Bansbach. So wie Jesus freiwillig entschieden habe, sein Leben für die Menschen hinzugeben, so sei auch die Entscheidung des einzelnen Gläubigen für das Christsein eine freiwillige. Das zweite Element des Gelübdes markiere die Uneingeschränktheit, sich vollständig in den Dienst Gottes zu stellen. So wie Jesus das Opfer für alle Menschen gebracht habe und Gott wolle, dass allen Menschen geholfen werde, so sei es die Aufgabe eines jeden Christen, keine Unterschiede zu machen, sich wirklich jedem Menschen, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand, Sozialisation, Bildungsstand, ethnischer Zughörigkeit u.Ä. gleichermaßen zuzuwenden. Die Schlusspassage des Gelübdes „bis an mein Ende“ zeige die Treue zu Gott in letzter Konsequenz an, was sich u.a. darin zeige, dass sich die Liebe zu Gott nicht an den persönlichen Lebensbedingungen festmache, sondern unabhängig davon bestehe.
Die drei Versuchungen, von denen die Heilige Schrift berichtet, nannte Apostel Bansbach „Angriffe des Teufels auf die Souveränität Jesu Christi, um ihn von seinem gefassten Entschluss abzubringen“ und setzte sie ins Verhältnis zu den drei zuvor beleuchteten Elementen des Konfirmationsgelübdes. Jesus habe zum ersten seine Allmacht und Wunderkraft nicht zu seinem eigenen Wohl (gegen seinen Hunger nach dem Fasten) eingesetzt. Bei der zweiten Versuchung entschied sich Jesus dagegen, vom Tempeldach zu springen, erläuterte der Apostel, weil es ihm „falsche“ Jünger eingebracht hätte, die ihm nur aus Sensationslust gefolgt wären. Der Christenheit heute solle diese Verhalten Jesu insofern eine Mahnung sein, als ein Glaube, der sich nur durch Erlebnisse und göttliche Wunder nähre, von immer neuem Gotterleben und Wundertaten abhängig mache. Stattdessen sei der Glaube ein schrittweiser Erkenntnisprozess, der langsam wachse, so wie man nach und nach aus dem Dunkel ins Licht trete. Insofern könne der Glaube zu einem Wunder führen, aber nicht umgekehrt, betonte der Apostel. Zur näheren Erläuterung führte Apostel Bansbach an, dass Jesus auch am Kreuz ganz bewusst darauf verzichtet habe, seine Wunderkraft einzusetzen, obwohl es ihm anders möglich gewesen wäre. Und auch in der Lebensgeschichte von Apostel Paulus versagte Gott diesem trotz seines unbestreitbaren vielfältigen Einsatzes als Gottesmann ein Genesungswunder. Stattdessen verwies ihn Gott auf die Gnade („lass dir an meiner Gnade genügen“, 2. Kor. 12,9). „Denn Heil und Rechtfertigung vor Gott ist immer ein göttliches Geschenk und kein Verdienst“, unterstrich der Apostel. Der dritten Versuchung des Teufels setzte Jesus entgegen, dass er nicht gekommen sei, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Auch in dieser Aussage Jesu liege eine tiefere Bedeutung und Aufgabe für jeden Christen, legte der Apostel dar: „Wer mit den Erkenntnissen aus dem Evangelium lebt, geht keine Kompromisse mit der Sünde ein! Das macht das Leben manchmal auch schwerer. Christsein ist kein Spaziergang.“
Wann immer der Einzelne Niederlagen während seines Bemühens, diesen Tod mit Christus zu sterben, also der Sünde zu entsagen, hinnehmen müsse, gebe es zwei Stützen, zum einen den „Tröster“, den Heiligen Geist, der als Impulsgeber immer anwesend sei und Jesus selbst, der versprochen habe, als Fürsprecher für den in Sünde fallenden Menschen am Thron Gottes aufzutreten. „Theoretisch kann ich praktisch alles“, erklärte der Apostel schmunzelnd gegen Ende, „aber wie es um die Umsetzung unseres Glaubens steht, zeigt sich erst in der alltäglichen praktischen Anwendung.“ Als letzten Impuls äußerte Apostel Bansbach den Ratschlag: „Wir wollen bereit sein, von unserem Glauben auch einmal unseren Erfahrungshorizont sprengen zu lassen.“
Zwei weitere Wortbeiträge ergänzten die Predigt des Apostels.
Fotograf: M. Greven