Den Abendgottesdienst am Donnerstag, 26. Januar 2017 feierte Bischof Jörg Vester, stellvertretender Leiter des Apostelbereichs Karlsruhe, in der neuapostolischen Kirche in Ladenburg.
Der Predigt lag das Bibelwort aus Matthäus 7, 21 zugrunde: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel." Dieses Wort stellt klar, dass es nicht ausreicht, den Herrn anzurufen um ins Himmelreich zu kommen. Stattdessen muss man nach dem Willen Gottes fragen und auch danach handeln. Was ist der Wille Gottes? In der Predigtausführung erläuterte der Bischof, Gott will, dass wir seinen Sohn Jesus Christus annehmen, ihn lieben und ihn uns zum Vorbild nehmen. Er will, dass wir das Evangelium weiter tragen, denn Gottes Wille ist es, dass alle Menschen Heil in Christus erlangen. Darüber hinaus will Gott, dass wir ihn lieben, seine Gebote halten und dies im täglichen Leben umsetzen. Um diese Aufgaben erfüllen zu können schenkt Gott in jedem Gottesdienst Gnade und die Gemeinschaft mit seinem Sohn im Heiligen Abendmahl. Diese göttlichen Gaben müssen im Glauben angenommen werden, damit die Gläubigen die nötige Kraft bekommen, um Gottes Willen erfüllen zu können.
In der Bibel sind verschiedene Begebenheiten aufgezeigt, wie Menschen Gottes Willen annahmen. Aus der Geschichte von Noah können die Gläubigen auch heute noch lernen. Noah bekam von Gott den Auftrag und den Bauplan für die Arche. Die Arbeit musste er selbst ausführen. Es hatte bis dahin noch nie geregnet. Noah musste die Anweisungen Gottes im Glauben annehmen. Trotz Hohn, Spott und Anfechtungen blieb er stark und hat Glauben behalten. Und was er glaubte geschah, weil Gott es so wollte.
Gottes Willen zu tun, ist und bleibt das Große für die Gläubigen. Die Liebe zu ihm ist die Antriebsfeder hierzu. Nicht immer gelingt es Gottes Willen in die Tat umzusetzen. Der „reiche Jüngling“, der ja auch ein gläubiger Jüngling war, konnte die Forderung Gottes nicht erfüllen und ging traurig weg von Jesu. Zachäus dagegen war bereit Jesu Rat anzunehmen und setzte ihn um.
Die Aufgabe eines gläubigen Christen sei es, so der Bischof, sich immer stärker nach dem Vorbild Jesu auszurichten, ihm in der Nächstenliebe und in der Versöhnungsbereitschaft immer ähnlicher zu werden. Versöhnung in der Familie, Gemeinde, Nachbarschaft, gegen Jedermann will Gott bei uns sehen. Jesus wurde auch enttäuscht von seinen Jüngern, er hat es ihnen verziehen und nicht angerechnet. Versuchen wir, es ihm gleich zu tun, auch wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen oder uns „im Recht“ fühlen. Tun wir wie er den ersten Schritt zur Versöhnung. So werden wir Gottes Willen erfüllen.
Nach einer Predigtzugabe des Gemeindevorstehers Hirte Hofmann aus Viernheim, der Sündenvergebung und Feier des heiligen Abendmahls wurde der Gottesdienst mit Gebet und Schlusssegen von Bischof Vester beendet.
Fotograf: M. Greven