Göttlicher Frieden und menschliche Mitwirkungspflichten standen im Mittelpunkt des Abendgottesdienstes, den Apostel Bansbach am 02. Mai 2019 in der neuapostolischen Kirche in Mannheim-Sandhofen feierte.
„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ Dieses Bibelwort aus dem Johannesevangelium Kapitel 14, Vers 27 bildete die Grundlage für den Gottesdienst.
Jesus gab den Jüngern kurz vor seinem Tod diese Botschaft als Zuversicht, Trost und Stärkung mit auf ihren Weg. Sie alle hatten ihr irdisches Leben für die Nachfolge Jesu Christi aufgegeben und nun sollte diese Zukunft mit Christus einen anderen Verlauf nehmen als von den Jüngern erwartet. In der Tat sprach Jesus da von zwei verschiedenen Arten des Friedens. „Frieden lasse ich euch“ beziehe sich auf den menschlichen Frieden. „Meinen Frieden gebe ich euch." – Hier spricht Jesu von seinem Frieden, „dem Frieden Gottes.“ Schon ganz am Anfang der Bibel kann man nachlesen, dass Gott zuerst Ordnung geschaffen hat. „Und die Erde war wüst und leer“ - „Tohuwabohu" heißt es in der hebräischen Originalfassung; es herrschte Chaos auf der Erde, und Gott hat mit der Schöpfung „ordnend“ eingegriffen. Nach den Schöpfungstagen war Ordnung hergestellt, völliger Frieden herrschte. Nachdem die ersten Menschen gegen das göttliche Gebot verstoßen haben, wurde der Frieden nachhaltig zerstört. Gott, der alle Menschen liebt, hat den Menschen in der Folge die Zehn Gebote gegeben – nicht um ihre Freiheit einzuschränken, sondern als Basis, worauf man den Frieden aufbauen kann.
Und dann gab Jesus Christus, der neue Qualität von Frieden schenkt, seinen Frieden. Hier geht es um das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen. Dieser Friede besteht darin, ein ungestörtes Verhältnis zu Gott zu haben und schließlich Gemeinschaft mit ihm zu erlangen.
Der menschliche Friede liegt in der Verantwortung eines jeden Menschen selbst. Niemand kann Gott dafür verantwortlich machen, wenn Unfriede herrscht. Für den friedlichen Umgang der Menschen untereinander sind alle Menschen selbst verantwortlich. Der Einfluss des Bösen lässt diesen menschlichen Frieden jedoch brüchig werden, da wir Menschen unvollkommen sind.
Göttlicher Friede hingegen ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Für den göttlichen Frieden sind wir Menschen mitwirkungspflichtig. Es ist an uns, diese Frucht des Heiligen Geistes hervorzubringen.
Unsere Aufgabe bestehe darin, darauf zu achten, dass wir in unserem Wirkungskreis als Friedensstifter wahrgenommen werden. Friedensstifter sein, Frieden halten und Frieden geben – eine Aufgabe für uns im Alltag, betonte der Apostel. Am Ende gilt: „Wer bis zuletzt kämpft, kann in das Reich Gottes eingehen, kann in der ewigen Gemeinschaft mit Gott leben. Und dort lebt er dann im vollkommenen Frieden.“
Zur weiteren Wortverkündigung wurde der Leiter des Kirchenbezirkes Mannheim/Weinheim, Bezirksältester Steiger gebeten. Im sakramentalen Teil des Gottesdienstes empfing eine Frau das Sakrament der Heiligen Versiegelung, bevor der Apostel mit der ganzen Gemeinde Heiliges Abendmahl feierte.
Fotografen: Y. Schäfer/ H. Mauer