Zur großen Freude aller Anwesenden besuchte Bischof Jörg Vester überraschend die Gemeinde, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.
Als Einstiegsgedanke und mit Bezug auf Weihnachten sagte der Bischof: Glaube ist ein Geschenk Gottes. Nicht alle Geschenke würden einem gefallen, fuhr er fort. Das ginge uns auch im Glauben so. Mitunter seien wir sogar von Geschenken unseres Gottes enttäuscht. „Lasst uns“ – so der Bischof – „die Geschenke Gottes annehmen, auspacken und festhalten. Er möchte nur das allerbeste für uns.“
Eingehend auf das Bibelwort aus Psalm 2,6.7 wies Bischof Vester darauf hin, dass es sich hierbei um einen Thronbesteigungspsalm handele. In Vers 6 ist Gott der Sprechende. Dieser Vers kann als Hinweis auf Jesus als den König verstanden werden. In Vers 7 spricht der eingesetzte König. Jesus Christus ist durch den Ratschluss Gottes der König, der mit Gerechtigkeit herrscht.
In Israel galt der König im bildhaften Sinn als Sohn Gottes, von Gott eingesetzt und nicht von Menschen. Er galt gleichsam als Stellvertreter Gottes auf dem „heiligen Berg Zion“. Jesus ist Messias, also der Gesalbte des Herrn, und von daher berufen, Israels König zu sein, durch den Gottes Gerechtigkeit verwirklicht wird.
Die königliche Würde Jesu Christi wird auch in der Offenbarung des Johannes betont: Jesus Christus ist „Herr über die Könige auf Erden“ (Offb 1,5).
Wenn von einer Zeugung die Rede ist, dann darf dies nicht biologisch verstanden werden, es ist darunter ein Ausdruck für eine einzigartige Beziehung zu verstehen: Der Gottessohn ist ohne Anfang und ohne Ende, er ist Gott und damit wesensgleich mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Somit ist er schon immer - also vor aller Schöpfung - in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist.
Danach kam der Bischof auf die Krippe, die im Foyer der Kirche aufgebaut wurde, zu sprechen. In der Adventszeit würden sich viele Menschen an die Geschichte eines Kindes, Jesus genannt, erinnern; geboren unter außergewöhnlichen Umständen in Betlehem. Manche sähen in diesem Jesus lediglich einen charismatischen Religionsstifter, dessen Bedeutung bis in die Gegenwart hineinreicht. Nach dem Weihnachtsfest jedoch bliebe Jesus Christus für die meisten Menschen wieder unbeachtet und fern von ihrem alltäglichen Leben.
Darauf stellte unser Bischof die Frage: Darf Jesus in deinem und meinem Leben König sein? Dies sei dann der Fall, wenn wir uns am ihm orientieren und das Wesen des Königs ausstrahlen würden. „Als Gotteskinder“, so sagte er, „haben wir eine besondere Verbindung zu Gott, versuchen wie Jesus Christus zu handeln und sind berufen, an der Wiederkunft Christi teilzunehmen.“
In seiner Co-Predigt ging ein Priester der Gemeinde unter anderem auf die Feier Heiligen Abendmahls ein und sagte: „Wir dürfen nun mit dem König an einem Tisch sitzen.“ Das ist ein besonderes Geschenk der Gnade.
Der Gottesdienst wurde durch Orgel- und Klavierbeiträge mitgestaltet.