Die Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene richtete das Augenmerk der Gläubigen auf die Bedürftigkeit derjenigen, die das Heil aus Gott zu Lebzeiten nicht angenommen haben oder in Unkenntnis davon waren. Gott spricht in seiner Liebe Lebende und Tote an, beiden ist Heil zugedacht.
Noch einmal stand am Sonntag, dem 30. Oktober, wie die Sonntage davor, die Schöpfung im Mittelpunkt der Predigt. Das Bibelwort aus Kolosser 1,16 spannte den Bogen sehr weit: Himmel – Erde, das Sichtbare – das Unsichtbare, Mächte – Gewalten, durch ihn – zu ihm hin.
Gott ist der Schöpfer; er hat Himmel und Erde erschaffen.
Wir Christen glauben an die sichtbare und an die unsichtbare Schöpfung. Letztere ist schwer wahrnehmbar. Allein über den Glauben an Jesus Christus öffnet sich für uns die geistige Welt. Schon Apostel Paulus bemerkt, dass der natürliche Mensch nichts von Gott wahrnimmt (1. Korinther 2,14).
Der Gottesdienst stimmte die Gemeinde auf den kommenden Sonntagsgottesdienst für Entschlafene am 6. November 2022 ein. Es ist unser neuapostolischer Glaube, dass auch den Menschen, die bereits gestorben sind, das Heil von Christus geschenkt werden kann; d.h., dass sie noch alle Sakramente der Kirche empfangen können. Schon Apostel Petrus bemerkte in seinem Brief, dass Jesus selbst nach seinem Tod am Kreuz in die jenseitige Welt ging und dort das Evangelium den Menschen, die zur Zeit Noahs lebten, predigte (1.Petrus 3,19.20). Die Gemeinde wurde deshalb dazu aufgerufen, die Seelsorgearbeit in den jenseitigen Bereichen durch persönliche Fürbitten für Verstorbene zu unterstützen. Gott will, dass allen Menschen das Heil angeboten wird.
Das Neue Testament berichtet darüber, wie Jesus von den Sadduzäern nach der jenseitigen Welt und der Auferstehung gefragt wurde. Jesus gab auf dem Berg Tabor bei seiner Verklärung, als Mose und Elia aus der jenseitigen Welt zugegen waren, den anwesenden Jüngern ein sichtbares Zeichen (Lukas 9,28-36).
Um dies einem großen Zuhörerkreis verständlich zu machen, lehrte er in einem öffentlichen Gleichnis die Begebenheit Vom reichen Mann und armen Lazarus (Lukas 16,19-31). Es zeigt auf, wie es den Menschen nach ihrem Ableben und dem Gang ins Jenseits gehen kann.
Im Rahmen des sakramentalen Teils des Gottesdienstes wurde ein Kleinkind getauft. Dies ist die erste Heilszuwendung Gottes an den Menschen. Bei allen Gottesdienstbesuchern war die Freude darüber sehr groß.