Am Mittwoch, den 11.06.2025 feierte Bischof Vester den Abendgottesdienst gemeinsam mit den Gemeinden Weinheim und Wald-Michelbach in der Neuapostolischen Kirche in Weinheim.
Predigtgrundlage war ein Bibelwort aus 2. Mose, Kapitel 16, Vers 4:
„Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es des Tages bedarf, dass ich´s prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.“
Das Bibelwort berichtet vom Auszug der Israeliten in das von Gott verheißene Land. Der Bischof sagte, dass Gott versprach, sein Volk zu versorgen, aber Gott habe dies auch mit einer Regel verknüpft. Die Israeliten sollten jeden Tag nur einen Krug voll Manna sammeln, also nur so viel wie sie für diesen Tag benötigten, außer am sechsten Tag. Da sollten sie für zwei Tage sammeln. Etliche haben sich an die Vorgaben Gottes gehalten, manche achteten den Willen Gottes jedoch nicht und sammelten gleich für zwei Tage mit dem Resultat, dass die Speise am nächsten Tag ungenießbar war. Diese alte Begebenheit, so Bischof Vester, sei ein schönes Bild für uns heute. Gott sage uns heute: „Ich bin für dich da. Ich liebe dich und ich will wiederkommen und dich zu mir nehmen.“, aber er fordere uns auch auf, seine Gebote zu halten. Dazu zähle nicht nur in die Gottesdienste zu gehen, sondern auch dem lieben Gott zu gestatten, mir die Wahrheit über mich zu sagen. Und dann sei es an uns, uns an dieser Wahrheit zu orientieren.
Die Israeliten fingen irgendwann an zu murren, weil sie immer das gleiche zu essen bekamen und sie sehnten sich zurück nach Ägypten, wo ihnen eine Vielfalt an Speisen geboten war. Doch der Bischof verwies darauf, dass sie die Wahrheit der Situation in Ägypten ausgeblendet hatten, denn sie wurden dort als Sklaven gehalten. Sie hatten keinerlei Rechte, im Gegenteil, ihr jeweiliger Herr hatte das Recht über ihr Leben zu bestimmen, selbst, es ihnen zu nehmen. Bischof Vester übertrug dieses Bild auf uns heute. Wenn wir überdrüssig seien, die Gebote Gottes zu halten, begäben wir uns in Abhängigkeit des Geistes von unten.
Der Bezirksälteste hob in seinem Predigtbeitrag hervor, dass die Anweisung Gottes, keine Speise auf Vorrat zu sammeln, eine Prüfung des Vertrauens war. Er betonte, dass der liebe Gott uns auch heute in jedem Gottesdienst das Brot des Himmels/ des Lebens anbiete und uns prüfe, ob wir das annähmen. Das Brot des Lebens, so der Bezirksälteste, halte uns am Leben, um unser Glaubensziel zu erreichen.
Anschließend wurde in der Feier des Heiligen Abendmahls das Brot des Lebens gereicht. Der Chor und das Orchester umrahmten den Gottesdienst mit stimmungsvollen Musikbeiträgen.
Fotograf: W. Buchwald