Am Sonntag, den 9. August 2026, feierte die Neuapostolische Kirchengemeinde Hockenheim einen festlichen Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Einführung der neuen Diakonin in ihren Dienst stand. Nachdem sie bereits am 19. Juli 2026 im Rahmen eines Bezirksgottesdienstes in Mannheim-Moselstraße durch Bezirksapostel Martin Rheinberger ordiniert worden war, führte der Gemeindevorsteher, Evangelist Volker Mayer, sie nun offiziell in ihr Amt ein.
Der Tag trug einen ausgeprägt ökumenischen Charakter: Als Gäste waren Dekanin Katharina Treptow-Garben von den Evangelischen Kirchengemeinden Südliche Kurpfalz, Pastoralreferent Felix Mallek von der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz sowie Dr. Adelheid von Hauff, Mitglied der ACK Baden-Württemberg und Delegierte der Evangelischen Landeskirche, zugegen.
In seiner Predigt zu 2. Korinther 5,20 stellte der Gemeindevorsteher den besonderen Rahmen des Tages in den Mittelpunkt: Gäste unterschiedlicher kirchlicher Traditionen, vereint im Bekenntnis zu Jesus Christus. Paulus, so führte er aus, verstehe sich als Botschafter an Christi statt; nicht aus eigener Vollmacht sprechend, sondern im Auftrag dessen, der ihn gesandt hat, und nicht um die eigene Ehre bemüht, sondern um den Dienst an der Versöhnung.
Diese Versöhnung gehe nicht vom Menschen aus, sondern von Gott: Er selbst komme dem Menschen in Jesus Christus entgegen. Als Beispiel griff Dr. Mayer die Geschichte des Zachäus auf (Lukas 19,1-10): Jesus geht unaufgefordert auf einen Menschen zu, dessen Leben in Unordnung geraten war, nimmt ihn ohne Vorbehalt an und spricht mit ihm - davon kann man ausgehen - über Versöhnung. Zachäus habe dies angenommen und sich daraufhin auch mit seinen Mitmenschen versöhnt: "Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück."
Im Zusammenhang mit der Apostolizität der Kirche – der bleibenden Bindung an die Botschaft der ersten Apostel und dem Wirken des Apostelamts in der Gegenwart – machte der Evangelist deutlich, dass diese Sendung, Botschafter Christi zu sein, nicht nur einem Amtsauftrag vorbehalten ist. Jeder Glaubende könne im eigenen Umfeld wie Zachäus zum Botschafter der Versöhnung werden.
In ihrem anschließenden Grußwort erinnerte Dekanin Katharina Treptow-Garben an zahlreiche Frauen der biblischen Geschichte, die Verantwortung übernommen und Gottes Wirken sichtbar gemacht haben – von Mirjam und Deborah im Alten Testament bis zu Maria Magdalena, Lydia und Phöbe im Neuen Testament. Diese mutigen, eigenständigen Frauen seien nicht aufgrund ihres Geschlechts, sondern aufgrund ihrer Hingabe berufen worden. Besonders berührend sei für sie die Begegnung Jesu mit der Frau am Brunnen, der er eine neue Perspektive eröffnet habe. Mit diesen Vorbildern im Rücken wünschte die Dekanin der neuen Diakonin Mut und Kraft für ihr Amt.
Pastoralreferent Felix Mallek überbrachte in Vertretung der leitenden Pfarrer Uwe Lüttinger und Christian Müller die Grüße der Katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz. Er würdigte die Bereitschaft der neuen Diakonin, ihre Zeit und ihre Gaben der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, als Segen und Zeugnis zugleich, und verwies auf ihr ökumenisches Engagement, unter anderem im Netzwerk HoRAN. Als symbolisches Geschenk überreichte er ihr einen handgetöpferten Becher aus Reilingen, verbunden mit einem Wort aus Psalm 23 vom übervollen Becher – als Ausdruck des Wunsches, dass die Gemeinde reich beschenkt werde von der Liebe Gottes und diese auch weitergebe. Berufung, so Mallek, sei nie für den Einzelnen allein bestimmt, sondern stets mit dem Auftrag verbunden, Menschen mit Gott zu versöhnen.
So verband der Gottesdienst die persönliche Berufung einer neuen Diakonin mit einer gelebten ökumenischen Gemeinschaft – getragen von der gemeinsamen Botschaft, dass Versöhnung mit Gott und untereinander stets von seiner Liebe ausgeht.