Am Sonntag, den 16. August 2026 feierte Bischof Jörg Vester den Gottesdienst mit den Gläubigen der Gemeinden Heppenheim und Wald-Michelbach in der Neuapostolischen Kirche in Heppenheim. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde der Segen zur Diamantenen Hochzeit gespendet.
Als Grundlage des Gottesdienstes diente ein kürzlich von Bezirksapostel Martin Rheinberger in Mühlacker verwendetes Bibelwort aus Makus 13, Vers 13b:
Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig.
Das zunächst sehr hart wirkende Wort vom „Festhalten bis zum Ende“ wurde dabei durch den Bischof aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Es geht nicht darum, sich verbissen an etwas festzuklammern, sondern an dem festzuhalten, was Bestand hat und nicht vergeht. Die Liebe Gottes hat Bestand bis zum Ende. Im Vertrauen darauf, dass Gott uns in seine Hand nimmt, können wir unseren Glauben treu leben.
Als Beispiel wurde die Geschichte des Apostels Petrus und seines Traumes von den unreinen Tieren betrachtet. Petrus war stark durch den jüdischen Glauben geprägt. Was er im Traum erlebte, konnte er zunächst nicht einordnen. Es wurde ihm jedoch deutlich, dass die Liebe Gottes nicht dort endet, wo menschliche Vorstellungen und Grenzen es vermuten lassen. Die Liebe Gottes gilt allen. Deshalb sind wir aufgerufen, an dieser Liebe festzuhalten – auch dann, wenn andere Menschen unseren eigenen Vorstellungen nicht entsprechen.
Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn verdeutlicht den Unterschied zwischen menschlichem Gerechtigkeitsempfinden und Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Der ältere Sohn empfindet die Aufnahme seines Bruders als ungerecht, übersieht dabei aber, dass dieser eine schwere Zeit hinter sich hat, während er selbst die Nähe und Unterstützung des Vaters erfahren durfte. Wir sind eingeladen, nicht nur auf unser eigenes Recht zu schauen, sondern Gnade anzunehmen und anderen zu gewähren.
Ein weiterer Gedanke galt dem Blick auf die Vergangenheit. Das Volk Israel verlor in schwierigen Zeiten Gottes Verheißung aus dem Blick und betrachtete die Vergangenheit teilweise verklärt. Auch die Frage „Früher war alles besser?“ wurde aufgegriffen. Ein zu starker Blick zurück kann die Zukunft verbauen. Entscheidend ist, an Gottes Verheißungen festzuhalten und nach vorne zu schauen. Wer darauf vertraut, dass Gott seine Zusagen erfüllt, kann hoffnungsvoll weitergehen.
Der stellvertretende Bezirksvorsteher knüpfte an die Gedanken des Bischofs in seinem Beitrag an und übertrug diese auf das diamantene Hochzeitspaar. Eine Ehe ist nicht immer einfach und selbstverständlich. Auch hier braucht es das aktive Handeln beider Partner. Gottes Liebe und Hilfe sind zugesagt, doch wir müssen bereit sein, diese Hilfe anzunehmen und selbst unseren Beitrag zu leisten. Veränderungen im Leben können Herausforderungen mit sich bringen. Entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen und ob wir bereit sind, auch an uns selbst aktiv zu werden und Veränderungen zuzulassen.
Beim Segen zur Diamantenen Hochzeit griff der Bischof das zuvor vom Chor vorgetragene Lied „Der Heiland sorgt für dich!“ auf. Das Ehepaar durfte diese Zusage in seinem gemeinsamen Leben erfahren. Die Liebe, die beide über sechs Jahrzehnte verbindet, war und ist von Beharrlichkeit geprägt. Zum gemeinsamen Rückblick gehören sowohl schöne als auch schwierige Erfahrungen. Manche Dinge sind heute nicht mehr möglich, dafür haben sich neue Möglichkeiten eröffnet. Entscheidend bleibt, dass beide einander haben und darauf vertrauen dürfen, dass Gott sie weiterhin begleitet und seinen Segen schenkt.
Der Gottesdienst wurde von Chor und Orgel musikalisch begleitet.
Bilder: Gemeinde Heppenheim