Am Samstag, den 3. Oktober 2026 feierte die Gemeinde Mannheim-Rheinau anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums ein besonderes Gemeindefest.
Manche Gesichter hatte man lange nicht gesehen. Manche Geschichten wurden nach Jahren einfach weitererzählt, als hätte das letzte Gespräch erst gestern stattgefunden. Genau das machte das Gemeindefest der Gemeinde Mannheim-Rheinau am 3. Oktober so besonders. Im Jubiläumsjahr, in dem die Gemeinde auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken darf, wurde Gemeinschaft spürbar und lebendig.
Rund 60 Gäste waren zusammengekommen, um das 75-jährige Bestehen der Gemeinde zu feiern. Neben den Gemeindemitgliedern konnte man auch viele ehemalige Geschwister begrüßen, die inzwischen an anderen Orten wohnen. Die Freude über das Wiedersehen war spürbar und sorgte für eine herzliche Atmosphäre. Es wurde gelacht, erzählt und erinnert. Manche Begegnungen lagen viele Jahre zurück, umso schöner war es, alte Verbindungen wieder aufleben zu lassen und gemeinsam auf viele Erlebnisse und Erinnerungen zurückzublicken.
Das Jubiläumsjahr steht unter dem Bibelwort: „So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.“ (1. Korinther 3,7). Dieses Wort erinnert daran, dass hinter allen Entwicklungen, allem Wachstum und allen Segnungen letztlich Gottes Wirken steht. Gerade bei einem Jubiläum wird deutlich, wie viele Menschen in den vergangenen Jahrzehnten ihren Beitrag geleistet haben und wie sehr die Gemeinde zugleich von Gottes Führung und Bewahrung getragen wurde.
Bei Gegrilltem, selbstgemachten Salaten und zahlreichen Kuchen verbrachten Jung und Alt schöne Stunden miteinander. Immer wieder blieb der Blick an der festlichen Jubiläumstorte hängen, die zu den Höhepunkten des Tages gehörte und das besondere Jubiläum auch sichtbar in den Mittelpunkt rückte. Die entspannte Stimmung und die vielen Gespräche ließen die Zeit wie im Flug vergehen.
Während die einen sich unterhielten, wurde an anderer Stelle bereits der Blick auf den nächsten Tag gerichtet. Für den Erntedankgottesdienst schmückten Gemeindemitglieder den Altar mit Obst, Gemüse und Brot und gestalteten so ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit für Gottes Gaben. Die zahlreichen Erntegaben sorgten für ein farbenfrohes Gesamtbild und machten deutlich, wie reich Gott seine Schöpfung beschenkt.
Der Gottesdienst am Sonntag knüpfte diesen Gedanken auf. Nach dem Eingangsgebet erklang die Orgel mit einer Choralbearbeitung des bekannten Liedes „Lobe den Herren“ und gab dem Festgottesdienst einen würdigen Auftakt. Bereits die Musik lenkte den Blick auf den Schöpfer und stimmte die Gemeinde auf den Erntedankgottesdienst ein.
Ausgehend von Psalm 19,2 sprach der Vorsteher über die Größe Gottes als Schöpfer: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“ Die Schöpfung zeuge von seiner Herrlichkeit und lade den Menschen dazu ein, Gott zu ehren und sich seiner Abhängigkeit von ihm bewusst zu bleiben. Im Mittelpunkt seiner Predigt stand der Gedanke, Gott den Schöpfer zu preisen und zugleich demütig seine Größe anzuerkennen. Wo der Mensch Gottes Wirken erkennt, entsteht Dankbarkeit und Staunen über das, was Gott geschaffen hat.
Der zum Mietdienen gerufene Priester erinnerte in seinem Predigtbeitrag daran, dass jeder Mensch für Gott unendlich wertvoll ist. Er verglich uns mit einem kleinen Edelstein: unscheinbar vielleicht, aber von großem Wert in den Augen dessen, der uns geschaffen hat. Nicht Größe, Ansehen oder Leistung bestimmen den Wert eines Menschen, sondern die Liebe Gottes, die jedem Einzelnen gilt. Gerade dieser Gedanke fügte sich passend in das Erntedankfest ein, das nicht nur die Gaben der Schöpfung, sondern auch den Menschen als Teil dieser Schöpfung in den Blick nimmt.
So bleiben von diesem Festwochenende viele schöne Erinnerungen, herzliche Begegnungen und vor allem die Gewissheit, dass Gott die Gemeinde Mannheim-Rheinau seit 75 Jahren begleitet und segnet. Das Jubiläumsfest und der Erntedankgottesdienst machten auf unterschiedliche Weise deutlich, wie wertvoll Gemeinschaft ist und wie viele Gründe es gibt, dankbar auf Gottes Führung und seinen reichen Segen zu blicken.
Fotograf: A. Döring