Im Gedenken an die 80. Reichspogromnacht vom 9. November 1938 fand eine besondere öffentliche Gedenkfeier in Schwetzingen statt.
Aus Anlass der Reichspogromnacht von 1938 hatten sich Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Stadt Schwetzingen, des Hebel-Gymnasiums sowie interessierte Bürger zusammengeschlossen, um eine besondere Gedenkfeier zu veranstalten.
Pfarrer Steffen Groß (Evangelische Kirche), Diakon Steffen Haubner (Neuapostolische Kirche) und Oberbürgermeister Dr. René Pöltl ließen in Ihren Vorträgen keinen Zweifel daran, "dass die Reichspogromnacht für Deutschland die schwärzeste Stunde beschreibe und nicht vergessen werden dürfe, damit sie sich nie wiederhole".
Ausgehend von der ehemaligen Synagoge in der Invalidengasse ging es für über 70 Bürger, die Schülerinnen und Schüler sowie die Vertreter der Kirchen über die Heidelberger Straße und den Schlossplatz bis zum Mahnmal in der Zeyherstraße. An jeder einzelnen Station beschrieben Schüler des Hebel-Gymnasiums eindrücklich das jüdische Leben in der kurfürstlichen Residenz. Bevor die Jugendlichen und Simon Abraham mit seiner Klarinette das Feuer der Erinnerung nährten, bezog OB Dr. Pöltl mit einigen Worten Stellung zu dieser „gräuelvollen Nacht“.
Schließlich wurde im Rahmen einer bewegenden Andacht die "Litanei für die Entwürdigten" vorgetragen. Bevor Pfarrer Steffen Groß den Abend mit Gebet beendete, richtete sich Diakon Steffen Haubner "Gegen das Vergessen" an die ehemalige Jüdische Gemeinde: "Ihr, deren Gebetsräume wir heute besucht haben und die ihr erleben musstet, dass die Torarollen vor 80 Jahren auf der Straße verbrannten - Wir vergessen euch nicht."
Quelle: https://www.morgenweb.de/schwetzinger-zeitung_artikel,-schwetzingen-die-flamme-der-erinnerung-brennt-ewig-_arid,1349153.html
Text: © Schwetzinger Zeitung, Samstag, 10.11.2018 / Autor: Stefan Kern
Fotos: © Norbert Lenhardt