Unter inzwischen schon beinahe zur Gewohnheit gewordenen Pandemie bedingten Hygiene- und Abstandsmaßnahmen feierten Gläubige am Donnerstagabend, 29. Oktober 2020 Gottesdienst mit Apostel Martin Rheinberger in der neuapostolischen Kirchengemeinde in Ladenburg.
Grundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort aus Kolosser 1, 13.14:
"Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.".
Unter den aktuellen Bedingungen merken wir, wie dankbar wir sein können, dass man sich in der Gemeinde gegenseitig hat. Es geht nicht darum, wer am wichtigsten ist, sondern jetzt merken wir, es braucht alle – die, die da sind und auch die, die nicht da sind. Jeder hat seinen Platz. Der liebe Gott braucht alle, bräuchte eigentlich niemanden, und doch sind alle beim lieben Gott systemrelevant, „lasst euch das nicht ausreden“, betonte der Apostel mit Nachdruck. Wir alle wollen gemeinsam das Ziel erreichen. Und Gott hält alles in den Händen. Es ist sein Werk.
Wir blicken auf den kommenden Sonntag. Deine Gebete sind wichtig. Es ist nicht egal., ob du betest. Niemand ist egal. Jeder trägt seinen Teil bei. Kain hatte seinen Bruder ermordet und antwortete Gott auf dessen Frage nach seinem Bruder: „bin ich meines Bruders Hüter“? und drückte damit aus, „was geht mich mein Bruder an?“ Das, was wir im Hinblick auf den kommenden Sonntag machen, ist also ein Stück weit der Gegenentwurf zu dieser Aussage. Der andere geht mich etwas an.
Im Bibelwort, das dem Gottesdienst zugrunde lag, geht es um den Dank an Gott, weil er uns zu Erben gemacht hat, ein Geschenk, kein Verdienst. Dabei gilt es den göttlichen Hinweis zu beachten: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen“, könnt ihr das Erbe nicht antreten. Es geht dabei darum, dass dem Kind klar ist, dass es nichts geleistet hat, es empfängt alles als Geschenk. Das, was wir für den lieben Gott machen, darf in uns kein Anspruchsdenken bewirken. Stattdessen wollen wir etwas für den lieben Gott machen aus Dankbarkeit, sogar, wenn Widerstände da sind.
Ein weiterer Grund für Dankbarkeit ist, dass Gott ein Licht angezündet hat, uns gezeigt hat, was wirklich wichtig ist, uns von der Macht der Sünden befreit.
Es besteht die Gefahr, dass sich bei uns alles um das Irdische drehen könnte, weil es uns hier recht gut geht, wir gut und in Frieden leben können. Als Beispiel führte der Apostel den reichen Kornbauern an. Stattdessen wollen wir den lieben Gott und den Glauben in die Mitte unseres Lebens setzen. Gottes Reich ist mitten unter euch, inwendig in euch, das muss man doch sehen in der Gemeinde. Wir wollen danach streben, so zu sein wie Jesus.
Ein langjähriger Priester der Gemeinde wurde in den Ruhestand versetzt und leistete einen letzten Predigtbeitrag: „Dienet dem Herrn mit Freuden“, eine Aufforderung, die Folgen hat, wenn wir ihr folgen. Wie schön ist es, wenn in der Gemeinde, einer für den anderen da ist, einer für den anderen betet und einer dem anderen nichts nachträgt.
Fotograf: M. Greven