Brillante Streicherklänge empfingen die Gottesdienstbesucher am Mittwochabend, 16. Februar 2022 in der Kirche Mannheim-Moselstraße – darunter auch die Leiterin der Suchtberatung der Caritas Mannheim sowie der fachliche Leiter Niederschwellige Hilfen im Drogenverein Mannheim e. V.. Beide stellten nach dem Gottesdienst das Café Anker vor, das mit einer Spende von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschlands unterstützt wurde.
„Hehr und heilig ist die Stätte“ (GB 125) – zum ersten Mal nach den Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie stimmte die anwesende Gemeinde in den Choral zur Eröffnung des Gottesdienstes mit ein. Zu Beginn seiner Predigt ließ der Gemeindevorsteher Orth den Gottesdienst mit Apostel Martin Rheinberger vom vergangenen Sonntag Revue passieren und bestätigte, dass bei Gott alle Dinge möglich seien, auch für unmögliches gebetet werden könne und es empfehlenswert sei, von den empfangenen Gaben etwas der Gesellschaft zurückzugeben.
Johannes 4,28-29
„Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!“ – Johannes 4,28-29 war Predigtgrundlage. Der Gemeindevorsteher beschrieb, wie Jesus eine samaritische Frau am Brunnen ansprach und somit gleich zwei Tabus damaliger Zeit brach. Keine Unterschiede zwischen den Menschen zu machen, war Jesus wichtig, als er Wasser des Lebens anbot und die Handlungsempfehlung gab, Gott, den Vater zu lieben und den Nächsten, wie sich selbst – egal, wer der Nächste sei.
Café Anker
Nach dem Gottesdienst schilderten Beate Dörflinger aus der Suchtberatung der Caritas und Bernd Bung vom Drogenverein Mannheim e. V., wie das Café Anker entstand. Weil im Kontaktladen in K 3, der Anlaufstelle für drogenkonsumierende Menschen und in der Tagesstätte für Wohnungslose kein Alkohol konsumiert werden kann, fanden Menschen mit fortgeschrittener Suchtentwicklung, bei der sich neben Drogenabhängigkeit auch eine manifeste Alkoholabhängigkeit entwickelt hatte, keine Betreuung. Diese Lücke wurde vor rund zwei Jahren mit dem Café Anker, einem alkoholakzeptierenden Aufenthaltsort für Drogen und Alkohol konsumierende Menschen, geschlossen. Durch eine ausgeprägte tolerante Willkommenskultur, bei der jeder kommen kann, wie er ist und sich willkommen und wertgeschätzt fühlt, entstand eine Atmosphäre, dass Menschen vom Café Anker als ihrer Familie sprechen und bereit werden, Hilfsangebote anzunehmen.
2.000 Euro von human aktiv
Priester Orth überreichte den Spendenscheck über 2.000 Euro von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, was die anwesende Gemeinde mehrfach mit kräftigem Applaus quittierte.
Fotograf: D. Schäfer