Erinnern - Gedenken - Versöhnen. Unter diesem Leitgedanken fanden am Samstag, 9. November 2024 an zahlreichen Orten in Deutschland Andachten und Gedenkstunden statt.
In Mannheim hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), in Schwetzingen ein Bündnis der ACK, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Stadt Schwetzingen und des Hebel-Gymnasiums eingeladen, die Erinnerung an die Reichspogromnacht wachzuhalten.
Nach der Andacht in der Evangelischen Stadtkirche wurde an den Mahnmalen in der Zeyherstraße eine Schale niedergelegt und mit einer Litanei das Versprechen an die Menschen erneuert, die bis 1938 in Schwetzingen lebten: „Wir vergessen euch nicht!“
In Hockenheim hatten die christlichen Kirchengemeinden und der Arbeitskreis „Jüdische Geschichte“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Hockenheim zur Erinnerung an den 9. November 1938 zum mahnenden Gedenken eingeladen, gleichsam um Zeichen gegen wachsenden Antisemitismus zu setzen.
Anschaulich erinnerten Schülerinnen des Carl-Friedrich-Gauß Gymnasiums an das Leid jüdischer Mitbürger und deren grausame Ermordung. Ein Bläser-Ensemble umrahmte musikalisch.
Erinnert wurde auch an die über 6.500 jüdischen Mitbürger, die im Sommer 1942 aus Baden und der Saarpfalz nach Gurs in Frankreich und von dort aus weiter über Drancy in Vernichtungslager deportiert wurden.
Oberbürgermeisterstellvertreter Jochen Vetter, Pfarrer Michael Dahlinger (Evangelische Kirche) und Priester Steffen Haubner (Neuapostolische Kirche) sprachen bewegende Worte, die mahnender nicht genug sein konnten. In einem Moment der Stille konnten die etwa 80 Besucher innehalten. Im Gebet gedachte Priester Steffen Haubner der Opfer und bat um Versöhnung, Frieden und Inklusion.
Die Andacht endete mit einem Jüdischen Abendsegen und den Liedern „Shalom chaverim“ sowie „Hevenu Shalom Alechem“.
Fotos: NAK