Am vierten Adventssonntag, dem 19.12.2021 feierten Gläubige in der neuapostolischen Kirchengemeinde Mannheim-Moselstraße Gottesdienst mit Bischof Jörg Vester.
Das der Predigt zugrunde gelegte Bibelwort hatte Stammapostel Jean-Luc Schneider am 3. Advent 2021 in Freudenstadt im Gottesdienst verwendet; es ist zu finden in 1. Thessalonicher 5,6.11:
So lasst uns nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.
Darum tröstet euch untereinander und einer erbaue den andern, wie ihr auch tut.
Das fünfte Kapitel dieses Briefes des Apostel Paulus ist überschrieben mit „Der Tag des Herrn“, erwähnte der Bischof eingangs, „lasst uns bei allen ‚irdischen Geschäften‘, den Klassenarbeiten, die noch geschrieben werden müssen, den Geschenken, die noch gekauft werden usw. nicht vergessen: Wir leben in der geistlichen Adventszeit“, führte der Bischof aus. Er habe im Vorfeld des Gottesdienstes online nachgeschlagen, was unter dem Stichwort „Advent“ zu lesen sei, und auch dort findet sich als einer der ersten Sätze: Die Christen warten auf die Wiederkunft Jesu.
Die Gedanken des Apostels Paulus aus dem zitierten Bibeltext weisen dabei drei grundsätzliche Gedanken auf:
Der Bischof wies deutlich darauf hin, dass man nicht bei dem stehen bleiben, an dem hängen bleiben möge, was uns in unserem Umfeld umgibt, die Schwierigkeiten und Sorgen, sondern dass wir immer das Gute sehen mögen. Selbst aus den Schwierigkeiten der Pandemie habe sich viel Gutes ergeben:
Allerdings bedeute „wachend sein“ nicht, dauernd voller Power zu arbeiten, erläuterte der Bischof im Folgenden. Der Sohn Gottes selbst machte seine Jünger darauf aufmerksam, als diese voller Begeisterung verkündeten, was sie alles getan hatten: „Geht an eine einsame Stelle und ruht ein wenig“, um aufmerksam und wach bleiben zu können. Auch Jesus selbst zog sich das ein und andere Mal zurück, um zu ruhen. „Diese Pausen sind wichtig, um wachsam und aufmerksam für die Impulse des Heiligen Geistes bleiben zu können“, führte der Bischof aus.
Im Hinblick auf die Forderung des Apostels Paulus „nüchtern“ zu sein, erklärte der Bischof, dass nüchtern sein – neben der Bedeutung „nicht betrunken“ – beinhalte, offen und bewusst mit sich selbst und mit dem anderen umzugehen, sich selbst zu erkennen, sich darüber im Klaren zu sein, ich brauche Gnade. In diesem Zusammenhang erwähnte der Bischof einen Gedanken aus der Predigt des Stammapostels aus der vergangenen Woche: Wenn uns jemand etwas Böses antut, uns schadet, dann kann uns das Böse nichts anhaben, sondern nur, wie wir mit diesem Bösen umgehen.
Und der Bischof empfahl weiterführend: „Seht über die konkrete Person, die euch geschadet hat, die euch belogen, die euch etwas weggenommen hat, hinweg. Denn hinter der bösen Tat des Einzelnen steht immer der Böse, der Teufel.“ Wirklich wichtig sei folglich nur, wie wir mit solchen Situationen umgehen. Ssind wir in der Lage, uns zurückzunehmen? Wie reagieren wir? „Lasst uns bewusst unseren Lebens- und Glaubensweg gehen“, empfahl der Bischof.
„Darum tröstet euch untereinander und erbauet einander“, heiße, die Not des anderen zu sehen, zu erkennen und nicht achtlos daran vorüberzugehen, also füreinander zu beten, aber auch praktische Hilfe zu üben.
Einander erbauen erfolge auf dreierlei Weise, erklärte der Bischof, durch:
Zu einem weiteren Predigtbeitrag wurde der Vorsteher der Gemeinde Mannheim-Moselstraße gebeten.
Fotos: H. Dettmann